Neujahrsessen der Westerkappelner CDU mit prominentem Ehrengast

Quelle: Westfälische Nachrichten - 14.01.2018

Von Frank Klausmeyer

Westerkappeln - Mit den Grünen in Nordrhein-Westfalen kann die CDU ja weniger, mit dem gleichfarbigem Gemüse pflegt die Ortsunion dagegen eine langjährige Liaison. Bereits zum 18. Mal hatte die Westerkappelner Ortsunion am Freitag zum Grünkohlessen eingeladen. Dieses Mal gab es wieder ein volles Haus. Und mit Landesministerin Christina Schulze-Föcking einen besonderen Ehrengast.

 

 Blumen gab es am Freitag für Ministerin Christina Schulze-Föcking (Mitte). Am Ehrentisch nahmen außerdem
(von links) Susanne Hehemann (stellvertretende Bürgermeisterin), Ulrich Jaroschek als Organisator des Abends,
Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, die Ortsvorsitzende Heike Cizelsky, Grünkohlkönig Hansjörg Hehemann,
Landrat Dr. Klaus Effing und Felix Holling (Landtagskandidat 2017). Foto: Frank Klausmeyer

  
Nach wegen Krankheit und terminlich bedingter Absagen im vergangenen Jahr freute sich die im März 2017 neu gewählte Ortsvorsitzende Heike Cizelsky, rund 110 Mitglieder sowie Freunde der Partei und des Grünkohls im „Kuckucks-Nest“ begrüßen zu können. Neben Delegationen aus Lotte, Tecklenburg und Ostercappeln nahmen dieses Mal auch die Mettinger Christdemokraten wieder einen ganzen Tisch in Beschlag.

Fristete die Westerkappelner CDU früher eher ein Dasein in der kommunalpolitischen Diaspora, so tritt sie heute – trotz fehlender Mehrheit im Gemeinderat – selbstbewusst auf. Mit Annette Große-Heitmeyer stellt die Union schließlich die Bürgermeisterin. Der Europaabgeordnete fürs Münsterland (Dr. Markus Pieper, Lotte) ist genauso Mitglied der CDU wie die hiesige Bundestagsabgeordnete Anja Karlizcek (Tecklenburg). Beide ließen sich am Freitag jedoch aufgrund anderweitiger Verpflichtungen entschuldigen. Karliczek war bei einer Sondersitzung ihrer Bundestagsfraktion anlässlich der erfolgreichen Sondierungsgespräche in Berlin gefordert. „Es wird hohe Zeit für eine Regierung“, meldete sich Cizelsky für die Basis zu Wort.

Die Ortsvorsitzende konnte mit Christina Schulze-Föcking aus Steinfurt jedoch erstmals eine Ministerin (Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz) zum Grünkohlessen begrüßen. „Die CDU hat bei der Landtagswahl einen fulminanten Sieg erzielt“, meinte Cizelsky und dankte in diesem Zusammenhang auch Felix Holling aus Hopsten für dessen „großartigen Wahlkampf“, an dessen Ende er im Wahlkreis Steinfurt III seinem SPD-Kontrahenten Frank Sundermann nur um 700 Stimmen unterlegen war.

Am Ehrentisch nahm überdies als weiteres Aushängeschild der CDU einmal mehr Landrat Dr. Klaus Effing Platz, der offensichtlich ein Freund deftiger Mahlzeiten ist. Erst Ende Dezember hatte er sich an gleicher Stelle beim Kultur- und Heimatverein das Westerkappelner „Nationalgericht“ Stutensoppen schmecken lassen. Und wie beim Heimatverein lud sich Effing auch bei der CDU zum nächsten Grünkohlabend selbst ein. Vorher (9. März) muss er allerdings noch zum Haxenessen beim Bürgerverein Wersen.

Während Effing sich in seinem Grußwort im Wesentlichen darauf beschränkte, allen Gästen einen guten Appetit zu wünschen, würzte Schulze-Föcking, die auch CDU-Kreisvorsitzende ist, den Abend mit politischen Zutaten: 2017 sei für Nordrhein-Westfalen ein gutes Jahr gewesen, auch was den gesellschaftlichen Zusammenhalt angehe. Ein Wermutstropfen seien allerdings fremdenfeindliche Übergriffe gewesen. „Und immer häufiger werden Kommunalpolitiker attackiert“, bedauerte die Ministerin. „Wir müssen uns der Gewalt und der Hetze dringend gemeinsam entgegenstellen.“

Nordrhein-Westfalen stehe unter der neuen schwarz-gelben Landesregierung vor einem Aufbruch. „Wir wollen eine neue Dynamik entwickeln“, erklärte Schulze-Föcking. Dazu gehörten die „beste Bildung“ und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Keine andere Region in Europa verfüge über so eine Wirtschaftskraft wie Nordrhein-Westfalen. Der Kreis Steinfurt müsse sich da nicht verstecken.

Um voran zu kommen, bedürfe es – egal ob im ländlichen Raum oder in den Ballungsgebieten – aber des Bürokratieabbaus. In ihrem Ministerium seien beispielsweise in der Vergangenheit mehr Abteilungen für die Kontrolle als für Genehmigungen entstanden, sagte Schulze-Föcking. Wichtige Themen für die neue Landesregierung seien überdies die Innere Sicherheit und die Digitalisierung, wobei hier auch die Risiken bedacht werden müssten.

In ihren Ressorts will die die Ministerin sich nach eigenen Worten insbesondere für mehr Biodiversität und für einen sensibleren Umgang mit Lebensmitteln einsetzen. „Wer mehr Tierwohl will, muss auch bereit sein, an der Kasse mehr fürs Fleisch zu zahlen“, forderte Schulze-Föcking.

Was die Qualität des Grünkohls und der fleischlichen Beilagen betraf, hatten die Gäste Freitag nichts zu meckern. Und auch der Auftritt der Jazztanzgruppe von Westfalia Westerkappeln als Nachtisch gefiel.

Beifall gab´s zudem für Hansjörg Hehemann. Das langjährige Mitglied des CDU-Ortsverbandes wurde zum neuen Grünkohlkönig proklamiert. Bürgermeisterin Große-Heitmeyer als Vorgängerin kann sich nun wieder voll auf die Verwaltungsleitung konzentrieren.