15. Westerkappelner Gospel-Workshop

Quelle: WN - 26.02.2012

Von Dietlind Ellerich

Es ist die 15. Auflage eines generationenübergreifenden Projekts. 130 Sängerinnen und Sänger zwischen 10 und knapp 70 Jahren machen beim Gospel-Workshop mit. Und Vollblutmusiker Micha Keding hält sie mit Tempo und Humor bei Laune.

„Setzen, bitte, es folgt Chorus II, wir begleiten den Solisten, ich sing das mal vor." Die Ansagen singt knapp und präzise, Micha Keding ist in seinem Element und singt vor, Sopran, Alt, Tenor und Bass – alle Stimmen.

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Rund 130 Sängerinnen und Sänger erarbeiteten am Wochenende ein abwechslungsreiches Programm.
Foto: Dietlind Ellerich

Zum achten oder neunten Mal, Kreismusikdirektor Martin Ufermann kann es nicht genau sagen, leitet der Musikpädagoge und Vollblutmusiker aus Bremen den Gospel-Workshop im Haus Bonhoeffer. Es ist die 15. Auflage des generationenübergreifenden Projekts, 130 Sängerinnen und Sänger zwischen 10 und knapp 70 Jahren machen mit.

Mit im Boot sind der Pianist Hilmar Kettwig, auch er ein gern gesehener Gast in Westerkappeln, sowie Marion Gutzeit, die sich in den Aufführungen „Emmaus" und „Simeon" als Solistin einen Namen gemacht hat und ebenfalls für die Stimmbildung der Chorsänger zuständig ist.

Schon am Freitagabend startete das große Ensemble, das aus vielen alten Bekannten und rund einem Drittel Neueinsteiger besteht, mit der Erarbeitung des Programms, das sie zum Abschluss in der Stadtkirche präsentierten (Bericht folgt). Jede Menge Gospels natürlich, in Arrangements, „bei denen jeder mit kann", lobt Ufermann die Bodenständigkeit des Chorleiters, der seine Karriere in Westerkappeln begonnen hat und Wert darauf legt, dass alle Sängerinnen und Sänger zum Zuge kommen.

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Die Stimmung im proppenvollen Saal könnte nicht besser sein, denn Keding moderiert mit Tempo, Schwung und viel Humor. Scheinbar mühelos gelingt es ihm, die bunt gemischte Truppe bei Laune, aber auch an der Arbeit zu halten, probt mit den einzelnen Stimmen, lässt ein paar Takte gemeinsam singen, führt auch mal vor, wie es nicht klingen sollte.

„In seiner Tonlage fühlt man sich wohl, und wenn man nach oben oder unten muss, neigt man dazu, innerlich da zu bleiben", erklärt er den Frauen im Sopran die Tatsache, dass es an einer Stelle „ein wenig leiert". „Ihr müsst innerlich das Stockwerk wechseln", fordert er von den Sängerinnen das notwendige Selbstbewusstsein inklusive der Erkenntnis „Ist doch klar, da komm ich hin, ist doch kein Problem".

Die Botschaft kommt an, der zweite Durchlauf klingt besser, allerdings dürften die Sängerinnen „nicht so leidend gucken", betont Keding. Auch die andere Stimmen bekommen ihr Fett weg. Leicht zufrieden zu stellen ist der Chorleiter nicht, aber als dann alles stimmt, ist „das Ergebnis sehr schön", befindet Keding. Er liebe den „Jetzt-erst-recht-Effekt", sagt er schmunzelnd und rät den Sängern, bei allen Liedern nach dem Motto „Ist zwar schwer, aber ich kann´s trotzdem" zu verfahren. So funktioniere es übrigens auch im richtigen Leben, ist Keding überzeugt.

„Erschwerend" kommt nun die Solistin hinzu. „Wir singen trotzdem sehr selbstbewusst", fordert der Chorleiter das Ensemble auf, sich nicht irritieren zu lassen. „Marion war noch nett zu uns, sie hat sehr leise gesungen", stellt Keding wenige Takte später fest, doch auch als es „Jetzt aber richtig" heißt, ist er gut zufrieden. Der Gospel „Awesome God" wird Teil des Konzertprogramms und am Sonntag das Publikum in der Stadtkirche begeistern.