Westerkappeln.
Wer original afrikanische Kultur in Musik, Tanz und Schauspiel erleben möchte, sollte am kommenden Donnerstag, 29. April, unbedingt in die Stadtkirche kommen. Dort ist die „Bridge Walkers Group" aus Windhoek-Katatura (Namibia) zu Gast.
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Vor drei Jahren war die „Bridge Walkers Group" aus Namibia schon einmal Gast in der evangelischen Stadtkirche. Am kommenden Donnerstag treten sie wieder in Westerkappeln auf. Foto: privat

Der Evangelische Kirchenkreis Tecklenburg ist seit über 25 Jahren dem namibischen Kirchenkreis Otjiwarongo durch Partnerschaft verbunden. Er hat die „Bridge Walkers" nach 2007 zum zweiten Mal zu einem Konzert in Westerkappeln eingeladen.

Die Freude und die Faszination der traditionellen afrikanischen Musik, der Spirituals, der Tänze und insbesondere die Verbindung traditioneller afrikanischer Trommeln mit den exotischen Klick- und Schnalzlauten der Khoi-khoi-Sprache begeistern das Publikum bei den Konzerten der „Bridge Walkers" immer wieder aufs Neue, schreibt der Veranstalter.

Die meisten Mitglieder des Chores leben in Katutura, mit 100000 Einwohnern der größte Stadtteil der namibischen Hauptstadt Windhoek. Katutura bedeutet „Ort, an dem wir nicht leben können". Als 1959 das Apartheidregime eine „weiße" Hauptstadt schuf, wurden die afrikanischstämmigen Menschen zwangsweise dorthin umgesiedelt.

Ovambos, Hereros, Damara, San, Nama und Mischlinge mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen leben auf engem Raum zusammen. Zwanzig Jahre nach der Unabhängigkeit reichen die Verhältnisse von gut situiert bis zum Leben in armseligen Blech- und Plastikplanen-Hütten.

Namibische Jugendliche finden im Chor Unterstützung auf dem Weg zu neuen Perspektiven, denn Arbeitslosigkeit, Armut und die Herausforderungen durch Aids und Straßenkinderbanden sind allgegenwärtige Probleme.

Im Jugendzentrum „Peoples Place" bieten die „Bridge Walkers" die Möglichkeit, über die Grenzen verschiedener Stammeskulturen und Sprachen hinweg Brücken zu bauen und durch Disziplin und Beharrlichkeit auch große Ziele zu erreichen, wie zum Beispiel eine Tournee nach Deutschland. Der Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern über die Musik hinaus ist mit dem Ziel verbunden, das Leben der jungen Leute in Katutura positiv zu verändern.

Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, es wird aber um eine Kollekte gebeten.

Quelle: Neue OZ - 24.04.2010