Ibbenbüren. Höchst abwechslungsreich geht es derzeit in Ibbenbüren zu: Stand die Stadt am Pfingstwochenende noch ganz im Zeichen alter Motorräder („Motorrad-Veteranen-Rallye"), so war sie nur einige Tages später fest in Sängerhand. Zum vierten Mal hatte die Jugendkunstschule des Pink-Pop-Vereins am Samstag zum großen Chortreffen in die Innenstadt eingeladen; 28 Chöre aus der näheren und weiteren Umgebung waren diesmal dabei.

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Auch diesmal verfolgten wieder viele Musikfreunde aller Altersgruppen das bunte Programm auf den beiden Bühnen.
Fotos: (Claudia Ludewig)

Sichtlich beeindruckt von der Organisation der Großveranstaltung zeigte sich Bürgermeister Heinz Steingröver, der mit einer kurzen Ansprache von der Bühne auf dem Christuskirchplatz das Chortreffen eröffnete.

Neben mehreren Sponsoren sorgten auch viele ehrenamtliche Helfer für ein reibungsloses Gelingen: Auf- und Abbau der beiden Bühnen auf dem Christuskirchplatz und dem Oberen Markt sowie Sitzbänke, Technik, Moderation und mehr waren zu leisten.

„Das Zentrum Ibbenbürens bietet dem Chortreffen mit seinen schönen Plätzen lauter kuschelige Nester, in denen es sich wunderbar singen lässt", beschreiben die Veranstalter Alwina Koop und Winne Voget in ihrem Grußwort das eindeutige Plus der Innenstadt - und diese Ansicht wird ganz offensichtlich auch von den vielen Chören geteilt, die jedes Jahr aufs Neue an der Veranstaltung teilnehmen oder aber neu dazustoßen.

Zu den „Alteingesessenen" gehörten auf jeden Fall der „Ki-Pop-Chor" aus Mettingen sowie „Heaven 11", der Jugendchor der Christuskirche, die mit ihren Auftritten das abwechslungsreiche Programm auf den beiden Bühnen eröffneten.

„Good day sunshine" hatten sich die Sänger des 1998 gegründeten „Ki-Pop-Chores" unter ihrem Leiter Martin Ufermann, dem Kreiskantor des evangelischen Kirchenkreises Tecklenburg, als Eröffnungslied ausgesucht - und es schien zu wirken: Es blieb trocken, und zeitweise ließ sich sogar die Sonne blicken.

Wer den Auftritt von „Heaven 11" verfolgte, der dürfte sich dieses Mal etwas gewundert haben. Nachdem zunächst Kantor Christian Schauerte einige Lieder dirigiert hatte, betrat ein neues Gesicht die Bühne: Christina Hindersmann, Studentin der Hochschule für Musik in Osnabrück und auf dem Christuskirchplatz als Moderatorin eingesetzt, hatte mit einigen der jungen Sängerinnen ebenfalls zwei Lieder einstudiert.

Als krasser Kontrast zu den modernen Liedern des jungen, ausschließlich weiblichen Chores war auf der Bühne am Oberen Markt dann das gemeinsam gesungene Kurzprogramm der Männerchöre Laggenbeck und Bockraden zu hören. Kraftvoll stimmten die in festliches Rot-Schwarz gekleideten Sänger unter der Leitung von Dörthe Philipps (Leiterin des MC Laggenbeck und Pfarrerin der Christusgemeinde) ihr erstes Lied an und entführten die Zuhörer auf eine Reise „Über Länder und Meere".

Zeitgleich machte der gemischte Chor „Gospel and More" unter Kai Lünnemann Stimmung auf dem Christuskirchplatz. Vor 19 Jahren wurde der Chor in Riesenbeck gegründet; gesungen werden neben Gospel-Songs auch deutsches Liedgut und Pop-Hits.

Bei einer so großen Zahl von Chören, häufig mit ähnlichen musikalischen Vorlieben, bleibt es nicht aus, dass auch einmal das gleiche Lied ausgewählt wird. So war der Kammerchor der Musikschule Ibbenbüren unter seiner Leiterin Eva Bachmann mit einem Ausschnitt aus dem für das Sommerkonzert am 9. Juli erarbeiteten Programm zu hören: Folkloristische Lieder entführten die Zuschauer zunächst nach Wales, dann nach Frankreich und zuletzt nach Israel.

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Vielseitig ist das Repertoire von „Convocamus" Ibbenbüren. Auch sie bereicherten das Chortreffen

.Den israelischen Folkloresong hatte sich allerdings auch „Quer Beat" aus Lengerich ausgesucht; sie betraten nach dem Kammerchor die Bühne des Christuskirchplatzes und demonstrierten mit ihrem Auftritt, dass zwei Interpretationen des gleichen Liedes durchaus unterschiedlich wie musikalisch hochwertig ausfallen können.

Insgesamt zeigte sich das Chortreffen wieder sehr vielseitig. Neben etlichen Ibbenbürener Chören sowie Chören aus der näheren Umgebung waren auch erstaunlich viele Sänger aus dem weiteren Umkreis - unter anderem Unna, Coesfeld und Münster - dabei; eindeutig ein Beweis für den guten Ruf, den die Veranstaltung inzwischen auch überregional genießt.

VON CLAUDIA LUDEWIG

Quelle: IVZ - 30.05.2010