Quelle: WN - 20.12.2010

Westerkappeln - „So tief verschneit wie heute war es noch nie", erinnerte sich Martin Ufermann an die Weihnachtskonzerte der vergangenen 22 Jahre. Auch wenn am Sonntagabend verkehrstechnisch nichts mehr ging, „wir machen Musik", versprach der Kantor zu Beginn der folgenden gut eineinhalb kurzweiligen Stunden und freute sich mit den Gästen auf eine schöne Einstimmung auf die letzte Adventswoche und das Weihnachtsfest.

wn-20101220
Das Flötenensemble der evangelischen Kirchengemeinde spielte unter der Leitung von Kantor Martin Ufermann.
Foto: (Dietlind Ellerich)

Und während draußen rund um die Stadtkirche, die trotz der widrigen Wetter- und Verkehrssituation recht gut gefüllt war, die Schneeflocken tanzten, sorgten in dem alten Gemäuer rund 160 Sänger und Bläser bei Kerzenschein für den „ökumenischen Dolby Surround".

Auf der Empore spielten und sangen das Blockflötenensemble „Leggiero" und der Chor der katholischen Pfarrgemeinde St. Margaretha unter der Leitung von Veronika Hoffstädt, im Chorraum musizierten das Flötenensemble, der Posaunenchor, der Junge Chor und die Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Martin Ufermann, der launig und informativ durch das Programm moderierte.

Professionelle Verstärkung leistete die Sängerin Katja Rotfuss, die Ufermann wenige Tage vor dem Konzert für den Abend gewinnen konnte.

Mit ihrem abwechslungsreichen Programm spannten Sänger und Musiker einen weiten Bogen, boten für jeden etwas. Deutsche und internationale Weihnachtslieder und Choräle, bei denen auch die Gemeinde mit einstimmte, erklangen ebenso wie - in Verbundenheit mit der Bruderschaft im französischen Burgund - das Taizé-Gloria oder das Gloria aus einer bolivianischen Messe, das zum Jubiläum der Partnerschaft des Bistums Trier und des südamerikanischen Landes entstand.

Den Schluss des Konzertes gestalteten die drei Chöre gemeinsam und sorgten für ein eindrucksvolles Klangerlebnis im Chorraum der Stadtkirche.

Martin Ufermann hatte zu Beginn des Konzerts um Verständnis für eventuelle klangliche Einbußen gebeten, da die Ensembles in den vergangenen Wochen wegen zahlreicher Krankheitsfälle in reduzierter Besetzung geprobt hatten und auch am Sonntag nicht alle kommen konnten. Das Gros der Zuhörer merkte davon sicherlich wenig und sparte am Ende nicht mit Applaus.

„Lieber Stille als Pflichtapplaus nach jedem Stück" - obwohl Ufermann darum gebeten hatte, auf Beifall zwischen den Programmpunkten möglichst zu verzichten, gab es nach den Beiträgen von Katja Rotfuss und nach einigen Ohrwürmern wie „Feliz Navidad" oder den Sätzen aus Tschaikowskis Nussknacker-Suite Szenenapplaus.

Der Eintritt zum traditionellen Weihnachtskonzert in der Stadtkirche war frei, doch baten die Organisatoren um eine Spende für Brot für die Welt.

VON DIETLIND ELLERICH

Quelle: WN - 20.12.2010