Presse 2008

Westerkappeln. Ein rauschendes musikalisches Fest feierten Musiker und Zuhörer am Sonntagabend in der restlos gefüllten Stadtkirche. Die schon Wochen zuvor ausverkaufte Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach erfüllte alle Erwartungen.

Nachdem im Jahre 2001 letztmalig das Weihnachtsoratorium aufgeführt wurde, „werde es mal wieder Zeit“, so Kirchenmusikdirektor und Kreiskantor Martin Ufermann, der die Gesamtleitung innehatte und die Gäste begrüßte.

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Der Chor, bestehend aus dem Jungen Chor und der Kantorei der Stadtkirche sowie das Orchester des Goethe-Gymnasiums Ibbenbüren begeisterten das Publikum - Foto: Gabriele Böhm

Leider gebe es in der Bach-Komposition für die Sopransolistin nicht viel zu singen. Mit der Sängerin Hayat Chaoui stand jedoch eine ausgezeichnete Interpretin für die Aufführung zur Verfügung. So kamen die Zuhörer vorab des Oratoriums in einen besonderen Hörgenuss: Gemeinsam mit dem Trompeter Gerd Radeke brillierte Chaoui bei der Präsentation der ersten beiden Sätze aus der anspruchsvollen mit zahlreichen Koloraturen versehenen Bachkantate „Jauchzet Gott in allen Landen“.

WESTERKAPPELN. Auf ein ereignis- und erlebnisreiches „Paul-Gerhardt-Jahr 2007" blickten die Mitglieder der Kantorei der evangelischen Stadtkirche jetzt bei ihrer Jahresversammlung im Haus Bonhoeffer zurück. Chorsprecherin Sigrid Thürey und Chorleiter Martin Ufermann riefen zusammen 17 Anlässe in Erinnerung, bei denen der Chor aktiv war.

Besonders die sieben von der Kantorei festlich ausgestalteten Gottesdienste, die Konzerte zum 10. Regionalen Chorsonntag in Lengerich und Rheine, das Konzert „Musik für die Seele" und zu Weihnachten in der Stadtkirche sowie die Teilnahme am „Klangfest des Glaubens" in Dortmund weckten schöne Erinnerungen.

Pfarrerin Sigrid Holtgrave dankte als Vorsitzende des Presbyteriums der Kirchengemeinde den Sängern für ihren großen Einsatz. Sie hob vor allem die Unmittelbarkeit der in Deutsch gesungenen Texte für die Verkündigung hervor. Sie seien gleichsam „geliehene Worte", die Menschen in fröhlichen und traurigen Stunden erreichen und bewegen könnten,

Nach der Abwicklung verschiedener Regularien richtete Kantor Martin Ufermann den Blick auf die Planungen für das neue Jahr. Zwei musikalische Großprojekte stehen auf dem Programm: die Aufführung des Musical-Oratoriums „Einmaus" am 12. April in der Stadtkirche sowie Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium am 3. Advent. Daneben wird der Chor wieder besondere Gottesdienste wie die Osternacht, goldene Konfirmation, den Ewigkeitssonntag und die Christnacht musikalisch ausgestalten.

Die Kantorei freut sich jederzeit über neue Mitglieder. Geprobt wird montags ab 20 Uhr im Haus Bonhoeffer. Weitere Informationen gibt es bei der Chorsprecherin Sigrid Thürey, Tel. 0 54 56/575, oder unter www.kantorei-westerkappeln.de.

Quelle: Neue OZ - 01.2008

VON GERHARD BAUNE

Westerkappeln. „Die Emmaus-Erzählung im Lukas-Evangelium ist nach wie vor eine der schönsten Hoffnungsgeschichten, die ich kenne" sagte Martin Ufermann in seiner Begrüßung. Wohl wahr, denn die Zuhörer, die am Samstagabend in der vollbesetzten Stadtkirche das „Emmaus"-Musical miterlebten, werden bestätigen können, dass es Martin Ufermann zum wiederholten Male gelungen ist, die Begeisterung, den Optimismus der Emmaus-Erzählung musikalisch in die Zuhörerschaft hinein zu tragen.

Er, der nimmermüde Kirchenmusikdirektor im Dienst der evangelischen Kirchengemeinde, kann sich für den Erfolg der Aufführung vom Samstag den Löwenanteil gutschreiben.

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Der große, bestens geschulte Chor, bestehend aus dem „Jungen Chor" und der Kantorei, war trotz der räumlichen Entfernung stets am Puls des Geschehens, und das von Heiner Vornhusen perfekt vorbereitete Goethe-Orchester überzeugte ebenso. Fotos: Sonja Möller

Anders nämlich als im Oktober 2006, als „Emmaus" bereits zweimal aufgeführt wurde, war jetzt mehr Schwung und Gelöstheit, aber auch mehr Souveränität und Eleganz im Spiel, und das tat der Aufführung spürbar gut. Martin Ufermann forderte energischer und zielgerichteter die Verschiedenartigkeit der insgesamt sechs Bilder ein, die das durch manche inhaltliche Rückblende ergänzte Eugen-Eckert-Libretto zu einem tragfähigen Musical-Konzept verbindet.

Von den ersten Schwebeklängen der ruhigen Ouvertüre bis hin zum mitreißenden, rhythmischen „Halleluja" am Schluss gab es kaum mal einen Takt, in dem sich Ufermann mit dem einfachen Takt-Dirigat zufrieden gab. Erinnert sei an die säuberlich herausgearbeiteten Trugschluss-Akkorde, mit denen der Komponist Thomas Gabriel dreist den andächtigen Bach-Choral auf die scheinbar schiefe Bahn führt.

Der große, bestens geschulte Chor, bestehend aus dem „Jungen Chor" und der Kantorei, zog die angegebenen Bahnen bereitwillig und durchweg engagiert mit, hielt sich aber dezent im dynamischen Rückraum auf, wenn beispielsweise der Kleopas-Solist Benjamin Witthoff im Vordergrund zu stehen hatte. Witthoff setzte in der Aufführung genauso entscheidende Akzente wie die übrigen Solisten Jan Altenbockum (Jesus), Christian Tobias Müller (Evangelist) sowie die für die ursprünglich vorgesehene Marion Gutzeit eingesprungene Sigrid Heidemann in der Rolle der Thekla.

Kleiner Wermutstropfen: Dieses Quartett wie auch die verschiedenen Nebenrollen-Solisten (Ausnahme „Levi" Hans-Peter Neises) wurden von ihren Mikrofonen immer wieder zu hoch ausgesteuert, so dass sich für die Zuhörer im hinteren Kirchenbereich unterschiedliche Präsenzen ergaben.Dem Gesamteindruck einer flott ablaufenden Aufführung tat das freilich keinen Abbruch. Schroff rückt der Komponist in der „Verspottung" – Rückblende à la Peter Janssens – mächtige Sacro-Pop-Elemente in den Vordergrund, um unmittelbar darauf im „Verhör" den vollen Bach-Matthäuspassions-Kurs einzuschlagen. Das muss man als mitgehender Zuhörer erst mal verkraften.

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Solist Jan Altenbockum

Diese Vielseitigkeit der Musik, die Entführung des Publikums in immer neue Klangwelten ist der Schlüssel zum Erfolg des „Emmaus"-Musicals, wenn die Interpreten entsprechend mitspielen. Das taten sie, leidenschaftlich vom Dirigenten angeführt, über die gesamte Distanz der gut 100 Minuten.

Der große Chor war trotz der räumlichen Entfernung stets am Puls des Geschehens, und das von Heiner Vornhusen perfekt vorbereitete Goethe-Orchester leistete sich keinen groben Patzer. Auf das Orchester kann Vornhusen stolz sein (Kommentar Vornhusen: „Bin ich auch !").

Auch das Spiel der Combo wird den Dirigenten keine Nerven gekostet haben, vielmehr entpuppte sich das Spiel der Profis schnell als eine weitere sichere Bank im Gesamtgeschehen. Wohl dem Dirigenten, dem Fachleute wie Florian Seidensticker (Bass), Joachim Dölker (drums), oder Christian Schauerte (Klavier) ihre Unterstützung zusagen.

Bestens passt an dieser Stelle der Nachbetrachtung die –hypothetische- Frage nach einer Art Höhepunkt des runden Ganzen: Klare Antwort: Die Klezmer-Szene „im Hause des Levi" ist es ohne Zweifel. Einfach herrlich, wie sich die „Glissando"-Klarinette (meisterlich: Volker Winck) zum beschwingten Tanz mit den untermalenden Geigen (prima gemacht von Friederike Groll und Philine Hagel) vereinigt und eine typisch jüdische Feier-Atmosphäre in den Kirchenraum zauberte !

Geschickt zog Martin Ufermann dieses Element noch einmal hervor, als die „Standing ovations" kein Ende nehmen wollten.

Klezmer und vieles mehr, das nahmen die dankbaren Zuhörer dann aus „Emmaus" in der Stadtkirche mit nach Hause.

Quelle: WN - 13.04.2008

Wieder einmal der Zeit weit voraus waren die Sänger der Kantorei Westerkappeln bei ihremProbenwochenende. Unter der Leitung von Kantor Martin Ufermann stand das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach in der katholischen Akademie Stapelfeld bei Cloppenburg auf dem Probenplan, das am dritten Advent aufgeführt werden soll.

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Intensive Stimmbildungsarbeit begleitete das einstudieren der festlichen Chöre undChoräle. Die vielen Freizeitangebote und das parkähnliche Gelände rund um die Akademie sorgten zudem für ein abwechslungsreiches und geselliges Wochenende.

Quelle: WN - 27-08.2008