Maxim Kowalew Don Kosaken in der Westerkappelner Stadtkirche

Quelle: Westfälische Nachrichten - 22.01.2018

Von Dietlind Ellerich

Westerkappeln - Es war ein bunt gemischtes Publikum, das das knapp zweistündige Konzert der „Maxim Kowalew Don Kosaken“ begeistert verfolgte. Jung und Alt saß zusammen, und viele des Russischen mächtige Frauen und Männer in den Bänken sangen mit leuchtenden Augen die Lieder mit, die der Chor anstimmte.

Tiefer Blick in die russische Seele: Die „Maxim Kowalew Don Kosaken“
begeisterten in der Stadtkirche das Publikum Foto: Dietlind Ellerich

„War das nicht schön“, fragte eine ältere Dame am Ende eines stimmungs- und höchst eindrucksvollen Abends, den nicht nur sie sichtlich genossen hatte. Vor der Stadtkirche standen am Sonntagabend noch viele Besucher des Konzertes der „Maxim Kowalew Don Kosaken“ in Gruppen zusammen, schwelgten in den Klängen und Weisen, die das Ensemble vor vollen Kirchenbänken vorgetragen hatte, sprachen von „Gänsehautfeeling pur“.

Es war ein bunt gemischtes Publikum, das das knapp zweistündige Konzert von sieben Sängern des insgesamt 14-köpfigen Ensembles begeistert verfolgte. Jung und Alt saß zusammen, und viele des Russischen mächtige Frauen und Männer in den Bänken sangen mit leuchtenden Augen die Lieder mit, die der Chor anstimmte.

Die Bandbreite des Repertoires konnte sich ebenso sehen und vor allem hören lassen wie das künstlerische und stimmliche Niveau der Männer im Chorraum der Stadtkirche. Während im ersten Teil des Abends russisch-orthodoxe Sakralmusik, a cappella gesungen, im Vordergrund stand, warteten die sieben Männer nach der Pause vom Akkordeon begleitet mit russischen Volksweisen auf. Darunter waren Ohrwürmer, die den nicht russischsprachigen Gästen zumindest das Mitsummen einfach machten.

Gesänge aus Georgien, bekannte russische Weisen von Abendglocken und einer Klosterlegende, das „Ave Maria“ von Bach und Gounod sowie Lieder wie „Ich bete an die Macht der Liebe“ und „Auf viele Jahre“ von Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski schufen einen feierlichen Rahmen, in dem das Publikum das glasklare, brillante Schaffen der Sänger andächtig und ergriffen verfolgte.

Mehr Tempo, ausgelassene Stimmung und manchmal auch Wehmut herrschte nach der Pause vor. Da zogen nicht nur die Akkordeonklänge die Menschen mit, sondern auch die Lieder und bekannten Melodien, die vom Baikalsee, von der Wolga und vom Don erzählten, von „Kalinka“, „Kasatschok“ oder dem Donkosaken Stenka Razin sangen und tiefen Einblick in die russische Seele gaben.

Den Sängern gelang es scheinbar mühelos, die mal melancholischen, mal überschäumenden Stimmungen in die Herzen der Besucher zu bringen, die ihrerseits ihrer Begeisterung mit Applaus, stehenden Ovationen und Bravo-Rufen Ausdruck gaben.

„Do svidaniia!“ hieß es nach knapp zwei Stunden. Mit diesem vielversprechenden russischen „Auf Wiedersehen“ verabschiedeten sich die „Maxim Kowalew Don Kosaken“ mit ihrer letzten Zugabe auf den Lippen Richtung Kirchentür, um CDs zu signieren, aber auch um den einen oder anderen Plausch in russischer Sprache zu halten.