Junger Chor und Posaunenchor Westerkappeln bieten beste Unterhaltung

Quelle: Westfälische Nachrichten - 30.09.2018

Von Dietlind Ellerich

Westerkappeln - Ein abendfüllendes Musical im Viertelstunden-Zeitraffer, ein Liebeslied aus dem 16. Jahrhundert, Ausschnitte aus Pop-Oratorien, ein Madrigal, Gospels, romantische Morgenstimmung à la Edvard Grieg, Sentimentales von den Beatles, Stimmungsvolles von Leonard Cohen, eben „Gospel, Pop und mehr“ präsentierten am Sonntagabend der Posaunenchor und der Junge Chor unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Martin Ufermann in der Westerkappelner Stadtkirche.


Der Junge Chor präsentierte unter der Leitung von Martin Ufermann einen
„bes(ch)wingten musikalischen Bilderbogen“ Foto: Dietlind Ellerich


Mit der Ankündigung eines „bes(ch)wingten musikalischen Bilderbogens“ hat Ufermann sicher nicht zu viel versprochen, und ein bestens gelaunter Moderator und Chorleiter sowie nicht minder gut aufgelegte Sängerinnen und Sänger sowie Bläser tun ein Übriges, um dem Publikum in den Kirchenbänken einen fröhlichen und unbeschwerten Abend mit zahlreichen Ohrwürmern zum Zuhören und Mitsingen zu bereiten.

Erstaunlich, was man mit einem westfälischen Dorfposaunenchor so alles auf die Beine stellen kann! „Die können sogar leise spielen“, lobt Ufermann ein ums andere Mal seine „Jungs“ und deren Ansatz. „Könnt ihr schon wieder“, will er von ihnen wissen. Wenn der Ansatz flöten geht, brauchen die Bläser eine Pause, bevor sie das „Stompin“ anstimmen, und die Gemeinde das Gefühl hat, eine Elefantenherde stampfe gerade durch das ehrwürdige Gemäuer. Auch hier folgt sie der Einladung zum Mitmachen übrigens gerne.

 



Was ein westfälischer Dorfposaunenchor so alles kann, stellten die Bläser
am Sonntag in der Stadtkirche unter Beweis. Foto: Dietlind Ellerich

Damit niemand mit der Ausrede kommt, er habe nicht alle Strophen gekonnt, gab es am Eingang Liederzettel. Getreu dem Motto „Kein Eintritt, dafür Mitsingen“, lässt sich das Publikum nicht lumpen und stimmt gemeinsam mit den Sängerinnen und Sängern und unter Begleitung der Bläser gängige Gospels wie „Amen“, „Amazing Grace“ oder „Oh happy day“ an.

Gleich zweimal hat der Junge Chor das „Hallelujah“ im Programm. Dem Schlusschor aus dem Pop-Oratorium „Bruder Martin“ folgt der Ohrwurm von Leonard Cohen. Jazzig arrangiert und flott und fröhlich gesungen kommt das „Jubilate Deo“ rüber. Auch a cappella kann das Ensemble, wie es mit dem Madrigal „An hellen Tagen“ eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Für Gänsehaut und noch mehr Begeisterung sorgt das Medley mit Songs aus dem Musical „Les Misérables“. Gebannt verfolgen die Zuhörer die Lieder von Aufstand und Tod, von Liebe und Hoffnung. Die Band „Wise Guys“ ist trotz ihrer Auflösung im Sommer des vergangenen Jahres ebenfalls in der Stadtkirche präsent. Der Chor singt deren Song „Ein Engel“.

„O Täler weit“ aus der Feder von Mendelssohn Bartholdy stimmen die Bläser an und geben sich alle Mühe, „die Töne aus dem Mundstück zu küssen“, wie Martin Ufermann es ihnen ans Herz gelegt hat.

Bei soviel guter Laune und bester Stimmung ist es kein Wunder, dass sich die Gemeinde mit dem Ende des Konzert nach mehr als eineinhalb Stunden nicht zufrieden geben möchte.

Für das Abend- und Abschiedslied „Nehmt Abschied, Brüder“ nimmt der Kirchenmusikdirektor sie dann wieder mit in die Pflicht.

„Singen tut gut und setzt Glückshormone frei“, weiß Chorleiter Martin Ufermann und lädt das Publikum ein, mal bei einer Chorprobe vorbeizuschauen und sich dabei vom „dauernden Ohrwurmbefall“ nicht abschrecken zu lassen.