Quelle: Westfälische Nachrichten - 11.11.2013

Von Sunhild Salaschek

Beeindruckendes Konzert

Westerkappeln. Welch nette Idee! Kirchenmusikdirektor Martin Ufermann stellte die Komponisten des großen Konzertprogramms „als Gäste des Abends" vor. Das war eine tolle Idee, so das große Kirchenkonzert einzuleiten. Die evangelische Stadtkirche war bis voll besetzt und sogar auf der Empore saß man dicht gedrängt.

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Harmonisches Zusammenspiel: Das Orchester entfaltete einen ansprechenden Klangteppich, auf dem sich der Gesang der Chöre und Solisten frei entfaltete.
Foto: Sunhild Salaschek

 

Eingeladen zu diesem musikalischen Rendezvous hatten die Kantorei der Stadtkirche und der Junge Chor Westerkappeln (beide unter Leitung von Ufermann) sowie das Orchester des Goethe-Gymnasiums (Einstudierung: Heiner Vornhusen).

Nach der Einführung Ufermanns glaubten die Zuhörer aber doch lieber an die Komponisten selbst als Gastgeber, so interessant waren die musikalischen Begegnungen der Klassiker Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart mit ihren Kollegen des 21. Jahrhunderts.

Zunächst wurde sogar zwei mitwirkenden Geburtstagskindern ein Ständchen von allen 600 Anwesenden gebracht; das gab diesem besonderen Konzert einen geradezu familiären Rahmen. So war die Distanz zwischen Publikum und Aufführenden schon geschmolzen, noch ehe das eigentliche Konzert begann. Das machte es allen leicht, sich auf den neuen Blickwinkel zu konzentrieren. Zu festlichen Trompetenklängen ließen Chöre und Orchester bei Bachs „Lobe den Herren" ihr Gotteslob erschallen. Die vier Gesangssolisten Sonja Rupprecht (Sopran), Petra von Laer (Alt), Daniel Kasel (Tenor) und Arndt Winkelmann (Bass), die auch bei den anderen Kompositionen souverän mitwirkten, setzten zu Beginn mit ihren Arien der Kantate Nr. 137 besondere Glanzlichter.

Unterstützt vom Ibbenbürener Kantor Christian Schauerte an Orgel beziehungsweise am E-Piano, wob das Orchester einen ansprechenden Klangteppich, auf dem sich der Gesang der Chöre und Solisten frei entfaltete.

Eine reife Leistung für so ein junges Orchester, das obendrein die meisten Solisten aus den eigenen Reihen stellte.

Bei der modernen Entsprechung zu „Lobe den Herrn" von Kirk Dearman und Jim Mills („All creation worships you") gewannen die Chöre weiter an Fahrt, und auch bei der „Missa cum jubilo" von Traugott Fünfgeld (geb. 1971), legten die Musizierenden noch an Enthusiasmus zu. Solcherart eingestimmt und die hilfreichen Erläuterungen Ufermanns im Hinterkopf, konnte das Publikum die beliebte „Krönungsmesse" von Mozart mit neuen Ohren hören. Sängern wie Spielern war zunehmende Begeisterung anzumerken, was sich natürlich auf die ohnehin faszinierten Konzertbesucher übertrug.

So endete ein ebenso lehrreicher wie harmonischer Abend mit gewaltigem Beifall, für den sich die Musizierenden mit Mozarts mitreißendem „Gloria" bedankten.