Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 

20. Traditionelles Grünkohlessen der CDU

Quelle: IVZ 19.01.2020

von Astrid Springer

Der Saal war voll. Trotz Konkurrenzveranstaltung in Wersen, wo zeitgleich das Lokalfest ausgerichtet wurde, war das 20. Grünkohlessen des CDU-Ortsverbandes am Samstagabend restlos ausverkauft. Mehr als 140 Gäste begrüßte Ortsverbandsvorsitzende Heike Cizelsky im Kuckucks-Nest.

Die CDU Westerkappeln hatte eingeladen und die Nachbarn kamen gern: (v.l.) Bürgermeisterkandidatin in
Mettingen, Ruth Klaus-Karwisch; zweite stellvertretende Bürgermeisterin Dorett Volk (Mettingen), Stephan
Lütke Glanemann (OVV Lotte), zweite stellvertretende Bürgermeisterin Susanne Hehemann (Westerkappeln),
NRW-Minister Karl-Josef Laumann, Heike Cizelsky (OVV Westerkappeln), August Böwer (OVV Mettingen),
Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer, Felix Holling (OVV Hopsten) und Lukas Münstermann (OVV Ibbenbüren) 
Foto: Rüdiger Große-Heitmeyer

Die Gäste verlebten einen launigen Abend, mit dabei CDU-Abordnungen aus Lotte, Ibbenbüren, Hörstel und Mettingen, letztere hatten die Bürgermeister-Kandidatin Ruth Klaus-Karwisch von CDU, FDP und Mettinger Wähler-Gemeinschaft in ihren Reihen. Auch Vertreter von Kolpingfamilie und Heimatverein ließen sich das Schmankerl nicht entgehen und sogar eine Delegation der Nürnberger CSU war auf persönliche Einladung von Ulrich Jaroschek angereist, der die Bayern für das deftige Kohlgemüse begeistert hatte.

Neben gepflegter Geselligkeit dürfte nicht zuletzt Gastredner und NRW-Minister für Arbeit und Soziales Karl-Josef Laumann manchen Gast angelockt haben, der mit seiner geraden und launigen Art das politische Geschehen unterhaltsam auf den Punkt brachte.

Unter dem Blickwinkel von 30 Jahren Polit-Erfahrung beleuchtete er die Herausforderungen der Zeit merklich unaufgeregt und plädierte für politische Weitsicht – auch in Sachen Klimaschutz.

NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales Karl-Josef Laumann ist begeistert über den prall gefüllten Saal. 
Foto: Rüdiger Große-Heitmeyer

„Wir leben in einer privilegierten Zeit“, stellte Laumann fest. Im Tecklenburger Land herrsche nahezu Vollbeschäftigung. Er mahnte zu politischer Umsicht und nahm in Sachen Klimaschutz eine klare Haltung ein: „Ohne wirtschaftliche Stärke können wir uns den Umwelt- und Klimaschutz, den wir uns vorstellen, gar nicht mehr erlauben.“

Auch die Steuerung der Energieversorgung sieht Laumann kritisch. „Dass ein Land sagt: Wir steigen aus der Kernenergie aus. Und auch aus der Kohle. Gleichzeitig stellen wir den Verkehr auf Elektroautos um. Nur wo der Strom dafür herkommen soll, da gibt es derzeit keine praktische Lösung“, verwies er auf die Probleme, unter anderem bei der Windkraft. 

Beim Thema Klimawandel stehe man im ländlichen Bereich vor völlig anderen Herausforderungen als in den Städten, betonte Laumann, und spielte damit auch auf den Individualverkehr an. Insgesamt forderte er mehr Bereitschaft zur Lösung von Konflikten, Kompromisse gehörten in der aktuellen politischen Landschaft dazu.

Die Bürgermeisterin Annett Große-Heitmeyer zieht eine positive Bilanz ihrer Amtszeit und kündigt an aus ihrem
Amt heraus zu kandidieren, losgelöst von der CDU für alle Bürgerinnen und Bürger. Foto Rüder Große-Heitmeyer

Nicht zuletzt lobte er Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer. Dass andere Parteien ihr den Job streitig machen, liege in der Natur der Sache, kommentierte er den langsam anrollenden Wahlkampf und fügte launig hinzu: „Wenn ich dieses Ziel verfolge, muss ich auch die passende Munition haben“, was an den Tischen für viel Heiterkeit sorgte

Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer nutzte die Gunst der Stunde, um Bilanz zu ziehen. Sie lobte die Attraktivität des Cappeln Carree, dieses werde gut angenommen. Lobend stellte sie auch das Werkstatt-Café heraus, das in der Vorweihnachtszeit durch bürgerschaftliches Engagement aus der Taufe gehoben wurde, und betonte, dass weiter an der Attraktivität des Ortskerns gearbeitet werden müsse.

In Westerkappeln bestehe zudem großes Interesse an Bauplätzen. Dabei verwies sie auf den Gartenmoorweg. Am Herzen liegen ihr die Vergabe-Kriterien. „Derzeit fallen Westerkappeln-Rückkehrer durchs Raster“, kritisierte sie. Das will die CDU nun korrigieren.

Große-Heitmeyer zeigte sich höchst zufrieden über die verbesserte Finanzlage der Kommune, nach einem hohen sechsstelligen Plus in 2017 habe man 2018 sogar einen Überschuss von 1,07 Millionen Euro erwirtschaften können.

Zu den fertiggestellten Projekten ihrer Amtszeit führte sie die neue Kita, den Offenen Ganztag und den Kunstrasen an. Noch in Bau oder Planung: Glasfaserausbau, Stadion, Feuerwehr und Schule. Dabei dürfe das Freibad nicht vergessen werden.

Das Interesse am norddeutschen Grünkohl reicht weit über die Weißwurstgrenze bis zur CSU in Bayern.
Michael Tischner (OVV Nürnberg Wöhrd-Rennweg) Foto: Rüdiger Große-Heitmeyer

Für die Umsetzung aller Projekte lobte sie ihr Verwaltungsteam, Fördergelder im zweistelligen Millionenbereich seien abgerufen worden. Dass sie das Westerkappelner Rathaus dabei versehentlich als Krankenhaus bezeichnete, sorgte für prustende Lachsalven. Der deftige Grünkohl wurde schließlich mit hauseigenem Nestdreher und etwas Kultur abgerundet: Landwirt und Ratsmitglied Wilfried Finke aus Hopsten zitierte Gedichte von Heinz Erhardt.

Ulrich Jaroschek, Heike Cizelsky, Margret und Norbert Almer
Foto: Rüdiger Große-Heitmeyer

Gewinnerin der Tombola ist Margret Ahlmer, sie darf sich auf einen Besuch im NRW-Landtag freuen und wird dabei von Ehemann Norbert und Mitgliedern begleitet.