Quelle: Neue OZ - 01.10.2004

Martina Binnig - Osnabrück - Lebhaft mit den Noten winkend, zieht Joanne Bell durch den Mittelgang ein und wird vom Chor mit begeistertem Applaus begrüßt. Diese Lebendigkeit überträgt sich von Anfang an auf das Publikum in der ausverkauften Lutherkirche. Die gute Laune geht auch für den Rest des Abends nicht verloren: Dafür sorgt die eingängige und schwungvolle Musik der Gospelmesse "Mass of Joy" ("Messe der Freude") von Ralf Grössler.

Um die dritte Gospelmesse des 1958 geborenen Komponisten und Kirchenmusikers aus Wildeshausen zu realisieren, hat der Westerkappelner Kirchenmusikdirektor Martin Ufermann drei Chöre zusammengebracht: den Jungen Chor Westerkappeln, die Kantorei der Evangelischen Stadtkirche Westerkappeln und den Ki-Pop-Chor Mettingen.

Darüber hinaus konnte Ufermann das Sinfonie-Orchester des Goethe-Gymnasiums Ibbenbüren (Leitung: Heiner Vornhusen) gewinnen, das die Chöre engagiert und bewundernswert sicher begleitet. Unterstützt wird das Orchester von den Profimusikern Denis Gäbel (Saxofon), Felix Holzenkamp (Vibrafon), Stephan Winkelhake (E-Piano) und Joachim Dölker (Schlagzeug). Gesangssolistin ist die charismatische Gospelsängerin Joanne Bell. Die Gesamtleitung hat Ufermann. Eine "Botschaft der Freude und des Friedens für unsere friedlose Zeit" nennt Ufermann die "Mass of Joy" in seiner Begrüßung. Und die Musik Grösslers verbindet viele Pole: Gregorianischer Sprechgesang, eine Fuge und ein Bach-Choral fließen in die Gospel-Messe mit ein, aber auch Jazz-Improvisationen und Swing. Der Text wechselt zwischen Lateinisch und Englisch ab.

Mit weichen Akkordschreitungen steigt das Orchester ein, das Vibrafon wirft Dreiklangsbrechungen dazwischen. Sanft beginnt der Chor mit dem Psalm 30 "Cantate Domino" und beantwortet die kraftvollen Solo-Passagen von Joanne Bell. Auf das eher verhaltene Kyrie folgt ein umso strahlenderes Gloria. Im Credo tritt Denis Gäbel zum ersten Mal mit einem expressiven Solo hervor, und es entwickelt sich ein Dialog zwischen der Sängerin und dem Saxofonisten.

Stürmischen Zwischenapplaus gibt es für das überschwängliche Sanctus. Geradezu beschwörend gelingt das "Vaterunser" mit einem atmosphärischen Vibrafon-Intro. Und nach dem mitreißenden Finale und einer Zugabe haben die Musiker immer noch nicht genug: Joanne Bell jammt mit der Rhythmusgruppe einfach weiter.