Erste Probe für Projekt „500 Jahre klingendes Gotteslob" — Konzert am 3. Oktober

Von Dietlind Ellerich

WESTERKAPPELN. „Lasst uns einfach mal ein paar Takte probieren", wendet sich Martin Ufermann an die knapp 60 Sängerinnen und Sänger der Kantorei und des Jungen Chors, die zuvor der Aufnahme von „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" aus Haydns Oratorium „Die Schöpfung" gelauscht und gleichzeitig ihre Noten dazu studiert haben. Jetzt soll es auch für sie richtig losgehen.

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Zuversicht nach der ersten Probe: Kantor Martin Ufermann stellte den Sängern am Samstag das Programm vor, das sie bis zum Festkonzert zum 500-jährigen Bestehen der Stadtkirche im Oktober erarbeiten. (Foto: Dietlind Ellerich)

Aufstehen ist angesagt, denn im Sitzen singt es sich nicht gut. Chorleiter Ufermann sitzt am Flügel, gibt mit Stimme und Tasten den Ton vor, und nach einem vorsichtigen, zögerlichen Anfang klingt Haydns berühmter Jubelchor schon gar nicht mal so schlecht.

„500 Jahre klingendes Gotteslob" - unter diesem Motto steht das Festkonzert zum 500-jährigen Bestehen der Westerkappelner Stadtkirche am 3. Oktober. Und obwohl es erst in über acht Monaten richtig ernst wird, hatte Kantor Martin Ufermann bereits am Samstag zur ersten Probe ins Haus Bonhoeffer eingeladen.
Er stellte seine musikalische Zeitreise durch fünf Jahrhunderte vor, die durch Werke von Händel, Haydn, Mendelssohn Bartholdy, Rutter sowie Gospel-Arrangements führt. Welches Werk aus dein noch recht jungen 21. Jahrhundert das Programm ergänzen wird, steht noch nicht fest. „Es wird ein Konzert mit fröhlicher Musik und einem farbenreichen Instrumentarium", verspricht Ufermann.

Inklusive der Gesangssolisten, der Sänger der beiden Chöre und der Musiker des sinfonischen Orchesters des Ibbenbürener Goethe-Gymnasiums werden insgesamt 170 bis 180 Mitwirkende auf der Bühne stehen. Ufermann wird das Konzert moderieren und immer wieder Brücken zwischen der Musik und der Westerkappelner Kirche schlagen. „Dem Publikum soll deutlich werden, dass es in einer langen Reihe und Tradition der Menschen steht, die vor 500 Jahren in der Kirche Gottesdienste, Weihnachten und Ostern gefeiert, ihre Kinder getauft und um ihre Toten getrauert haben", wünscht sich Martin Ufermann.

„Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und seiner Hände Werk zeigt an das Firmament", singen die Sänger im Haus Bonhoeffer. „Haydn klingt immer so gewaltig und toll, die Musik ist aber leicht zu singen", macht Ufermann denen Mut, denen vor dem anspruchsvollen Programm vielleicht schon ein wenig bange wird. „Wir hören uns das einfach noch mal an", sagt er und stellt anschließend fest, dass der Chor bereits über ein Drittel des Stückes kennt, obwohl er es noch gar nicht geprobt hat. Der Kantor verweist auf die vielen Wiederholungen, die sich der Komponist der Klassik aus Bequemlichkeit geleistet hat.

Die Frage „Wie wollen wir das alles schaffen?" sei berechtigt, stellt Ufermann nüchtern fest. Er strahlt jedoch gleichzeitig eine große Zuversicht aus, schließlich sei ein Teil der Werke den beiden Chören bereits bekannt. „Ökonomische Proben" seien angesagt, mit Parallelproben der Frauen- und Männerstimmen. Eine Gesangsstudentin aus Osnabrück werde ihn bei den Vorbereitungen unterstützen.

„Wir werden das singen, was wir schaffen", verspricht er den Sängerinnen und Sängern, die sehr motiviert seien, wie Ufermann lobt.

Weitere Sänger, die am Festkonzert teilnehmen möchten, sind willkommen und können zu den Proben des Jungen Chors (mittwochs 20 Uhr) und der Kantorei (montags 20 Uhr) ins Haus Bonhoeffer kommen.

Quelle: Neiue OZ - 20.01.2009