Westerkappelner Gospel-Workshop hat schon Tradition

Von Dietlind Ellerich

WESTERKAPPELN. „Wo gibt es das, dass drei Generationen gemeinsam an einem Projekt arbeiten?", schwärmt Kirchenmusikdirektor Martin Ufermann über die Atmosphäre des Westerkappelner , Gospel-Workshops, der am vergangenen Wochenende das Haus Bonhoeffer in Beschlag nahm.

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140 Sänger zwischen zwölf und 70 Jahren trafen sich zum 12. Westerkappelner Gospel-Workshop. (Fotos: Dietlind Ellerich)

Alter und Herkunft spielten keine Rolle. Jeder der 140 Laiensänger ordne sich dem Chorgesang unter. „Ein tolles Gemeinschafterlebnis", zieht Ufermann ein positives Fazit der Veranstaltung, die seit 1998 fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders ist.

„Es macht Spaß und befreit von allem, was einen im Alltag belastet", sind sich Carina Bittner und Dorothee Lindemann einig, die beide von Anfang an dabei sind. Auf das letzte Februarwochenende, den traditionellen Workshop-Termin, - haben sich die Westerkappelnerinnen eingestellt. Da wird dann auch schon mal etwas anderes abgesagt.

Auch Musikpädagoge Micha Keding sowie seine Kollegen Evamaria Keding und Hilmar Kettwig, die die Jugendlichen, ' Frauen und Männer unter ihre Fittiche genommen haben, kommen immer wieder gern nach Westerkappeln.

„Hier ist alles immer sehr gut organisiert", lobt Keding. Ein Chor mit 140 Akteuren sei eine Größe, mit der man gut arbeiten könne. Moderne Gospels hatte er am Wochenende mitgebracht, ein Notenbuch mit eigenen Kompositionen und Arrangements. „Es sind einfache Chorsätze, die Spaß machen - zum Singen und zum Hören", erklärt er. Von sich selbst behauptet er, kein toller Sänger zu sein. Er sehe seine Aufgabe im pädagogischen Bereich: „Ich möchte den Leuten etwas beibringen, mit ihnen arbeiten", erläutert Keding.

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Musikpädagoge Micha Keding hat eigene Kompositionen und Arrangements mitgebracht.

Schon bei den ersten Takten von „Sing a New Song" springt der Funke über; die Begeisterung des Chorleiters für die Musik ist ansteckend. Auch wenn der Workshop für viele der erste Kontakt zum Chorsingen ist und nicht alle Noten lesen können, hier scheut sich keiner, begeistert mitzusingen. Schließlich gehe es nicht um Perfektion, sondern um Spaß an den Liedern, betont Ufermann, „da bietet sich Gospelmusik einfach an".

Am Samstagnachmittag werden die Solisten getastet, die sich im Vorfeld des Workshops vorbereitet haben. Für diejenigen, die das Rennen machen, stehen am Samstagabend noch Solistenproben an.

Ein Selbstläufer, für den man gar nicht mehr groß Werbung machen müsse, sei der Gospel-Workshop, freut sich Martin Ufermann, der mit den Sängern aus dem Jungen Chor und der Kantorei die Organisation übernommen hat, über die gute Resonanz. Um Nachwuchs braucht er sich keine Sorgen zu machen, stellt er mit Blick auf die vielen Jugendlichen, die auch an diesem Wochenende dabei waren, fest. Neben dem Spaß an der Musik sei auch der pädagogische Aspekt wichtig: „Leute, die singen, sind kommunikative, soziale Wesen", weiß er aus seiner jahrelangen Arbeit.

Gestern Abend zeigten die Sängerinnen und Sänger in der Stadtkirche beim großen Abschlusskonzert, was sie in den vergangenen drei Tagen gelernt haben.

Quelle: Neue OZ - 23.02.2009