Romantik-Trilogie begeistert die Zuhörer in der St.-Agatha-Kirche / 200 Sänger und Musiker

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung - 12.11.2019

Von Dietlind Ellerich

METTINGEN. Bravorufe und stehende Ovationen sind in der ehrwürdigen Mettinger Pfarrkirche St. Agatha eher selten. Am Sonntagabend gab es beides nach einem beeindruckenden Konzert, zu dem sich rund 200 Sänger und Musiker im Chorraum versammelt hatten.


Rund 200 Sänger und Musiker hatten sich im Chorraum der Mettinger St.-Agatha-Kirche versammelt
und präsentierten unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Martin Ufermann die „Romantik-Trilogie“.
Die Zuhörer waren begeistert. Foto: Dietlind Ellerich

Seltenheitswert hatte aber auch die ökumenische Gemeinschaft der Akteure, die sich unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Martin Ufermann zu einem anspruchsvollen Programm mit dem Titel „Romantik-Trilogie“ zusammengefunden hatten. Vor den ersten Klängen von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Antonín Dvorák und César Franck stimmte Ufermann deshalb erst einmal eine Lobeshymne an auf die Sängerinnen und Sänger seines Mettinger Ki-Pop-Chors, des katholischen Kirchenchors St. Agatha, des Jungen Chors Westerkappeln und der Kantorei der evangelischen Stadtkirche der Nachbargemeinde. Sie alle hatten sich dem Projekt gestellt und auch „die akustische Herausforderung dieser wunderschönen Kirche angenommen“.

Solistisch im Einsatz waren Melanie Ortmann (Sopran), Kathrin Brauer (Alt), Mario Lee (Tenor) und Jan Friedrich Eggers (Bass). Für die instrumentale Begleitung der Romantik-Trilogie mit Werken aus Deutschland, Tschechien und Frankreich zeichnete sich das Orchester Musica Viva Ibbenbüren und die Rheiner Kantorin Lena Puschmann an der Orgel verantwortlich.

Mit Mendelssohn-Bartholdys, vom Erbe Johann Sebastian Bachs inspirierten Vertonung von Psalm 95 „Kommt, lasst uns anbeten“ landeten Solisten, Chor und Orchester einen stimmungsvollen Auftakt mit choralartigen Chören, Fugen und strengem Kanon, dem die Menschen in den Kirchenbänken beinahe andächtig lauschten.

Drei Lieder aus Dvoráks Zyklus „Biblische Lieder“ opus 99 für Bass und Orgel intonierten danach Jan Friedrich Eggers und Lena Puschmann optimal aufeinander abgestimmt. Nach einer kurzen Pause folgte mit Dvoráks Heiliger Messe in D-Dur für Soli, Chor, Orgel und Orchester opus 86 der Höhepunkt der Romantik-Trilogie. So begeistert waren die Besucher von der Musik und den auf Lateinisch gesungenen Texten, dass sie sich schon nach dem Sanctus zu Applaus hinreißen ließen.

Einen fulminanten Schlusspunkt setzten die Sänger und Instrumentalisten mit Francks Vertonung des 150. Psalms, die laut Ufermann musikalisch mit allem, was singen und spielen kann, aufwartete.

Mit nicht enden wollendem Applaus, stehenden Ovationen und Bravorufen bedankten sich die Menschen in den Kirchenbänken für einen begeisternden Abend. Die Chorsänger ließen es sich nicht nehmen, besonders Martin Ufermann zu danken.

Nach einer Zugabe, Chor und Orchester spielten Francks Vertonung von Psalm 150 ein zweites Mal, stimmten die Besucher eine breite Palette von Lobesworten an, die von „Einfach toll“ über ein verträumtes „Wunderschön“ bis zu einem schwärmerischen „Großartig“ reichte.

Selbst die Chorsänger, die im Vorfeld mit der Akustik des Kirchenraums gehadert hatten, waren am Ende versöhnt. Nicht nur wegen der Begeisterung der Besucher, sondern, weil es noch etwas besser geklappt hatte als am Vorabend in der Westerkappelner Stadtkirche. Und in der St.-Agatha-Kirche wurde am Sonntagabend einmal mehr deutlich, dass die besten Sitzplätze für optimalen Hörgenuss eher in den hinteren Kirchenbänken sind.